Expect the unexpected – Straßburg im Elsaß

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Der “Vive la France”- Ausruf ist ein kleines Ritual auf der gefühlten Rheinmitte, immer wenn wir die Europabrücke überfahren. Gerade haben wir die Rheinbrücke überquert und schon haben wir uns verfahren. Es fehlt der blaue Elefant auf dem Dach der Tankstelle, das inoffizielle Wahrzeichen, das jedem Besucher als Orientierungspunkt im Straßengewirr diente. Wir vertrauen uns dem Navigationsgerät an und irgendwann nach einigen Kanalüberquerungen und Kreisverkehren erblicken wir die Banque Populäre. Jetzt ganz schnell links abbiegen und nun sind wir da. Zwischen Fleuriste und Boulangerie vermesse ich per Augenschein den Parkplatz und stoße mutig hinein in der vagen Hoffnung, die Stoßstangen mögen bei Wiederabfahrt genauso jungfräulich aussehen wie bei der Ankunft. Glücklicherweise ist der Rosé schon kaltgestellt und ein paar kleine Vorspeisen sowie Tarte erwarten uns bei Freunden.

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Weiter geht es zu Fuß an Jugendstil und anders dekorierten Villen zur „Haute école des arts du Rhin Strasbourg“ Kunsthochschule zur Vernissage der Abschlussarbeiten. In weiß getünchten fabrikähnlichen Hallen werden Werke präsentiert, die mein allumfassendes Verständnis und Toleranz erfordern. Durch ihre spezifische kulturelle Herkunft (Asien, Russland, Deutschland) haben sich die Studenten Themen verschiedener Genres ausgewählt und präsentieren diese digital, bildnerisch-malerisch, als Collage, Design, akustisch oder als Textil- und Stickkunst.

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So inspiriert geht es durch das Studentenviertel zum Tomi Ungerer Museum. Frech und exzentrisch, Wiederholungen hassend, erschreckend und produktiv und in vier Sprachen zu Hause, ist Ungerer vielleicht der typischste untypische Elsässer. Seine Ansichten, sein Witz und seine Ironie sticheln, erschrecken und begeistern. Das Museum ist klein aber fein und man sollte viel Zeit mitbringen. Die Räubergeschichte und den Mondmann kennt irgendwie jeder und zum Abschluss gibt es noch ein Buch mit Illustrationen zum Weiterschmunzeln.

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Mit Ungerer unterm Arm gehen wir promenierend ins ehemalige Gauner, Hehler und Rotlichtviertel Straßburgs, das sich mit seinen jahrhundertealten Fachwerkgebäuden zum Touristenviertel gemausert hat. Hier im La Petite France, im ursprünglichen Gerberviertel kämpft Frankreich mit Deutschland um die architektonische Vorherrschaft, und die oberen Etagen berühren sich fast und protzen mit leuchtend roten Geranienblumenkästen. So hätte ich mir das kleine Frankreich überhaupt nicht vorgestellt mit meinen Provence Bildern im Kopf. Zumindest passten dann die Boule spielenden Männer wieder ins Bild.  Auf der Suche nach dem passenden Lokal am Wasser unter den Platanen finden wir den perfekten Platz für die Tarte flambée, der Elsässische Flammenkuchen.“Em kleine Frankrich“ wie die Elsässer sagen, kann man genüsslich den Tag ausklingen lassen.

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Die offizielle Webseite der Stadt bietet Unterkünfte verschiedenster Art und auch kleine Pensionen und familientaugliche Ferienwohnungen. Will man mehr Auswahl und günstigere Preise kann man ins Badische wechseln, quasi wieder auf die deutsche Seite des Rheins. Dort ist das Angebot umfangreicher. Es bietet sich an, Straßburg gleich mit einem Wanderurlaub im Badischen zur verbinden.

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